Ätherische Öle für den Sommer

Nicht nur im Winter sind ätherische Öle kleine schnelle Helferlein. In den Sommermonaten können diese wirkungsvollen Pflanzenextrakte ein ebenso guter Begleiter sein. Es gibt verschiedenste Anwendungsmöglichkeiten, welche ich hier kurz erläutern möchte.

Kaum wird es warm und der letzte Schnee ist geschmolzen, auch wenn es heuer etwas länger dauert, gehen wir vermehrt nach draußen. Wir wechseln von Sommer- auf Winterreifen, stellen die Tourenski „ins Eck“ und machen die Räder Sommerfrisch und die Schneeschuhe werden gegen Wanderschuhe getauscht. Es werden die Gärten vorbereitet und es kann leicht passieren, dass man sich verletzt. In diesem Fall wird empfohlen Pfefferminze (Mentha x piperita) aufzuträufeln. Dieses gut bekannte ätherische Öl ist blutstillend und anästhesierend. Allgemein gilt, ätherische Öle nicht pur zu verwenden, aber im Fall einer kleinen Verletzung kann Pfefferminze einmalig punktuell pur verwendet werden. Aufgrund der Zusammensetzung der ätherischen Öle, Vielstoffgemische, wird klar, dass ein Öl bei mehreren Beschwerden verwendet werden kann. Mit Pfefferminze wurden bereits mehrere Studien durchgeführt:

Die Inhalation von Pfefferminzöl bei postoperativer Übelkeit im Vergleich zu Isopropanol und Salzlösung erzielte ein vergleichbares Ergebnis.

Mehrere Studien zu Spannungskopfschmerz und 10 % Pfefferminz versus 1 g Paracetamol, ergaben vergleichbare Ergebnisse.

Pfefferminzöl wirkt stark krampflösend auf die glatte Muskulatur und unterstützt selbst bei äußerlicher Einreibung, verdünnt in einem fetten Pflanzenöl.

Es muss allerdings erwähnt werden, dass Pfefferminzöl aufgrund des vorhandenen Menthols nicht für Kinder unter 4 Jahren geeignet ist.

Beauty-TIPP:

Der Sonnenbrand am Rücken kommt schneller als man denkt. In diesem Fall empfehle ich Euch folgende Anwendung:

1 Becher Joghurt (vorzugsweise ein Naturjoghurt)
1 Becher Topfen
10 ml Pfefferminzhydrolat
4 Tropfen Lavendel fein

Gut miteinander vermischen und auftragen. Die Milchsäure aus dem Joghurt und dem Topfen nehmen der Haut ihre Spannung und kühlen den „Brand“ der durch die Sonne verursacht wurde. Das Pefferminzhydrolat spendet Kühlung und der Lavendel hilft die irritierte Haut zu beruhigen, darüber hinaus fördert er die Wundheilung.

Wer nun Kinder unter 4 Jahren zu Hause hat, kennt nur zu gut, kleine Blessuren, Schürfwunden und sonstige „schrammen“. Hier empfehle ich Lavendel (Lavandula angustifolia), allerdings nicht pur für Kinder in diesem Alter. Eine Lavendelcreme oder selbst ca. 10%ig verdünnt in Jojobaöl unterstützt Lavendel die Kleinen bei Ihren leichten und nicht stark blutenden Verletzungen. Zusätzlich bietet Lavendel einen Schutz vor Insekten und beruhigt. Ein Fläschchen haben wir immer in unserer Reiseapotheke dabei. Lavendel ist auch als „der Tausendsasser“ unter den ätherischen Ölen bekannt. Die wieder Entdeckung der Aromatherapie im Jahre 1910 haben wir einem französischen Chemiker und ätherischem Lavendelöl zu verdanken. Bei einer Brandverletzung steckte der Wissenschaftler seine Hand in frisch destilliertes Lavendelöl, die Wundheilung sowie die Narbenbildung verblüffte Ihn selbst sowie seinen Arzt. Die Anwendung bei Brandverletzungen in Kombination mit Johanniskraut- und Ringelblumenöl kann nur empfohlen werden.

TIPPS für Insider:

Wenn Euch Einschlafprobleme plagen – 1 Tropfen Lavendel auf ein Taschentuch getropft und am besten auf dem Nachtkästchen platziert – hilft Euch in den Schlaf.
WICHTIG: Wird der Lavendel überdosiert (gilt ab 3 Tropfen bei Schlafproblemen) wirkt er anregend und unterstützt Euch eher bei der Nachtschicht.

Abschließend möchte ich noch einen unbekannten Verwandten des Eukalyptus, Eukalyptus citriodora, den Zitroneneukalyptus vorstellen. Neben seiner stark antiviralen Wirkung bei (Kinder)-Krankheiten und seiner schmerzstillenden Wirkung ist er ein ausgesprochen wirksamer Insektenschutz. Es konnte nachgewiesen werden, dass der Inhaltsstoff p-Menthan-3,8-diol (PMD) einen 98%igen Schutz für 5 h bei der Malariastechmücke gibt. Außerdem finden selbst Zecken den Geruch von PMD nicht abschreckend. Zitroneneukalyptus als Raumspray oder das ätherische Öl pur auf einem Tonstein, ist ein natürlicher Insektenschutz.

Wie ihr seht, könnt ihr auch im Sommer mit ätherischen Ölen „viel machen“ und euch ganz einfach helfen. Sobald sich der Sommer nun dann doch noch zeigt, wünsche ich euch eine Unfall- und Mückenfreie Zeit.